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Tarot: Selbstreflexion bis zur psychologischen Unterstützung

Merrit Kraus
15.08.2025
Tarot Selbstreflexion San Hilda Magazin Headerbild

Tarot reicht von der Selbstreflexion bis zur psychologischen Unterstützung bei Veränderungsprozessen. Es ist ein Spiegel, der uns mit inneren Bildern verbindet, die oft unbewusst wirken. In professioneller Beratung und Therapie dient es als kraftvolles Instrument und um im Inneren verankerte Ressourcen sichtbar zu machen. Es kann helfen, Antworten zu finden, die bereits in uns ruhen, und zugleich neue Impulse, Lösungsansätze und Klarheit für komplexe Themen und besondere Fragestellungen zu eröffnen.

Ein Gastbeitrag.

Vom Kartenspiel zu Archetypen der Seele

Im Italien der Frührenaissance entstanden im 15. Jahrhundert die ersten Tarot-Decks – wie die kunstvollen Visconti-Sforza-Karten – zunächst als luxuriöses Spiel für den Adel, ohne esoterische Bedeutung.

Erst im späten 18. Jahrhundert deuteten Okkultisten wie Antoine Court de Gébelin die Karten mystisch und verknüpften sie mit Kabbala, Astrologie und hermetischer Philosophie. So entstanden die ersten strukturierten Deutungssysteme.

Im 20. Jahrhundert erhielt Tarot eine neue psychologische Dimension: C. G. Jung erkannte in den Karten Archetypen – universelle Bilder und Muster des kollektiven Unbewussten – und machte Tarot als Werkzeuge zur Selbstreflexion nutzbar.

Wie Tarot professionell in Therapie und Beratung unterstützen kann

Heute wird Tarot gezielt in Coaching, psychologischer Beratung und therapeutischer Begleitung eingesetzt, um innere Prozesse zu fördern.

  • Die Symbolsprache der Karten eröffnet den Zugang zu Gefühlen, Erinnerungen und Einsichten, die im Alltag oft verborgen bleiben.
  • Häufig liegen die Antworten bereits im Unbewussten – Tarot hilft, sie sichtbar zu machen, zu benennen und in die Tiefe zu gehen.
  • Der geschützte Rahmen ermöglicht es, entstehende Impulse zu reflektieren, in den persönlichen Kontext einzuordnen und in konkrete Schritte umzusetzen.

Warum haben Menschen Angst vor „schlechten“ Karten?

Für viele Menschen ist Tarot mit gemischten Gefühlen verbunden. Besonders sogenannte „schlechte“ Karten lösen oft spontan Abwehr, Unsicherheit oder Angst aus. Der Blick auf bedrohlich wirkende Symbole oder düstere Szenen kann schnell das Gefühl erzeugen, dass eine Katastrophe bevorsteht.

Diese Reaktionen entstehen meist aus filmischen Klischees, Aberglauben oder fehlendem Wissen um die eigentliche Bedeutung der Karten. In der therapeutischen Arbeit zeigt sich jedoch: Gerade jene Karten, die am meisten gefürchtet werden, geben oft die wertvollsten Impulse. Sie benennen Themen, die verdrängt oder übersehen wurden, und laden zu tiefgreifender Veränderung ein.

Nehmen wir als Beispiel den Teufel (Beschreibung nach Rider-Waite-Deck): Die Angst: Der Name und das Bild suggerieren moralische Schuld, das „Böse“ oder gar Verdammnis. Menschen fürchten, dass er ein negatives Schicksal ankündigt oder Abhängigkeiten besiegelt.

Die tatsächliche Bedeutung: Der Teufel steht nicht für eine äußere Macht, die uns kontrolliert, sondern für innere Fesseln – ungesunde Bindungen, Abhängigkeiten, destruktive Muster. In der therapeutischen Arbeit macht er diese Mechanismen sichtbar, damit man sie bewusst hinterfragen und sich aus ihnen befreien kann. Er ist weniger eine Drohung als vielmehr eine Einladung zur Selbstermächtigung.

Für alle sogenannten „schlechten“ Karten gilt in der therapeutischen Arbeit:

Sie sind keine schlechten Omen, sondern Schlüsselbilder, die dabei helfen, unbewusste Themen sichtbar zu machen, den Blick zu öffnen und den Mut zu stärken, Veränderungen anzugehen.

Fazit

Tarot hat sich von einem höfischen Spiel zu einem vielseitigen Instrument entwickelt, das Menschen in Umbruchphasen, bei existenziellen Fragen und auf der Suche nach innerer Orientierung begleitet.

Seine Stärke liegt nicht in der Vorhersage, sondern in der Fähigkeit, innere Prozesse sichtbar zu machen und den eigenen Handlungsspielraum neu zu entdecken.

Ein lebendiges Kulturgut und zugleich ist Tarot ein modernes Werkzeug für Selbstreflexion und ein selbstbestimmtes Leben.

Die Autorin: 

Petra Baum ist Tarotexpertin und stellvertretende Vorsitzende im Tarotverband.

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